Aus dem Trinkwasser direkt ins Gehirn

Herbert Decker
Wasser
Aus dem Trinkwasser direkt ins Gehirn - Mikroplastik aus dem Trinkwasser kann sich direkt in unserem Gehirn ablagern

Aus dem Trinkwasser direkt ins Gehirn

Das Wissensmagazin Scinexx hat eine Studie veröffentlicht aus der hervorgeht, dass Mikroplastik aus dem Trinkwasser sich direkt in unserem Gehirn ablagert. Wookbong Kwon vom Daegu Gyeongbuk Institut in Südkorea und seine Kollegen haben Mäusen sieben Tage lang Mikroplastik in Form von Polystyrol-Kügelchen oral verabreicht. Die Tiere bekamen ihre tägliche Dosis mit Wasser vermischt zu trinken. Eigentlich sollte das Gehirn durch die Blut-Hirn-Schranke gut gegen solche Kontaminationen geschützt sein, jedoch gelangte das Mikroplastik direkt ins Gehirn.

Die Polystyrol-Partikel lagerten sich in den Mikrogliazellen ab. Diese gelten als die Abwehrzellen des Gehirns. Sie geben in Reaktion auf Erreger oder Kontaminationen Botenstoffe und Zellgifte ab und übernehmen damit eine Funktion ähnlich den weißen Blutkörperchen im Rest des Körpers. Das Wachstum dieser Zellen nahm ab und sie teilten sich weniger. Zudem beobachteten Kwon und sein Team Veränderungen der Zell-Morphologie, der Immunreaktion und des Zelltodes. Konkret führte die Aufnahme des Mikroplastiks dazu, dass die Mikrogliazellen vermehrt Entzündungs-Botenstoffe zu produzieren begannen. Nach einigen Tagen waren zudem vermehrt Marker-Botenstoffe für den zellulären Selbstmord nachweisbar.

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Mikroplastik im Gehirn eine neurotoxische Wirkung hat. Schon lange stehen Mikropartikel im Verdacht, an verschiedenen neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson beteiligt zu sein. Kwon und sein Team führen weitere Studien durch, die genau untersuchen, welche Folgen die Partikel im Gehirn haben.